Artheriosklerose
Chronische Infektionen begünstigen die Entstehung von Arteriosklerose
Für Menschen, die an immer wiederkehrenden Infektionen leiden, erhöht sich das Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken, um das Dreifache.
Das ist das Ergebnis einer in der Zeitschrift Circulation veröffentlichten Studie. "Außerdem weist unsere Untersuchung eindeutig nach, dass eine chronische Infektion das Gesamtrisiko für Herzkreislauferkrankungen erhöht", erklärte Stefan Kiechl von der Universitätsklinik Innsbruck.
An der fünf jährigen Studie nahmen 826 Männer und Frauen im Alter von 40 bis 79 Jahren teil. Es wurden die Kopfschlagadern auf Ablagerungen untersucht und die Konzentration an C-reaktivem Protein, eines Entzündungsindikators, gemessen. Die Testpersonen gaben an, ob sie an Stirnhöhlen- und Nasennebenhöhlenentzündungen, Bronchitis oder Harnwegsinfektionen leiden. Außerdem wurden Angaben über Rauchen, Alkoholkonsum und Blutdruck protokolliert. 268 Personen hatten chronische Infektionen, darunter überdurchschnittlich viele ältere Teilnehmer, Raucher und Alkoholiker.
Nach fünf Jahren waren bei 41 Prozent der Testpersonen neue Ablagerungen in den Kopfarterien nachweisbar. In diese Gruppe fielen mit dreifach erhöhter Wahrscheinlichkeit Personen mit chronischen Infektionen. Die Art der bakteriellen Infektion spielte dabei keine Rolle. Teilnehmer, die an Virusinfektionen wie Windpocken, Gürtelrose oder Hepatitis erkrankt waren, hatten kein erhöhtes Arterioskleroserisiko.
Dass chronische bakterielle Infektionen die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen, hat seine Ursache in der durch sie ausgelösten Entzündungsreaktion. Diese führt zu einer erhöhten Zahl an Immunzellen, die im Blutkreislauf zirkulieren, und zusammen mit Fettzellen die gefährlichen Ablagerungen an den Gefäßwänden bilden.
Nach Angabe der Wissenschaftler ist zurzeit noch keine Aussage darüber möglich, ob eine Langzeitbehandlung mit Antibiotika oder entzündungshemmenden Medikamenten das Arterioskleroserisiko für Menschen mit chronischen Infektionen senken würde.
Quelle: BDW 15.03.2001
Medizin
Fett in den Blutgefäßen gefährlicher als Kalk - Arterienverengungen durch Fettablagerungen führen eher zu einem Herzinfarkt als Verkalkungen.
Das berichten amerikanische Wissenschaftler aus dem Brigham and Women's Hospital und der Harvard Medical School in Boston. Diese Ablagerungen, auch Plaques genannt, sind wesentlich gefährlicher für den Gesundheitszustand des Patienten, wenn sie aus Fett statt Kalzium bestehen.
Fettplaques sind weniger stabil und können schneller die Arterien verstopfen. "So können gefährliche Thromben entstehen und einen Infarkt oder Gehirnschlag auslösen", erläutert Dr. Richard T. Lee. Den Cholesterin-Spiegel im Blut zu senken, könnte nach den Ergebnissen der Studie sinnvoller sein, als die Verkalkung der Arterien medikamentös zu behandeln.
Neue Untersuchungsmethoden sind notwendig, um die gefährlichen Ablagerungen in den Arterien zu identifizieren. "Momentan ist das nicht einfach, aber verschiedene Methoden wie die Magnetresonanz Tomografie oder Katheteruntersuchungen sind vielversprechend", sagt Lee.
Quelle: BDW 15.03.2001